Personenzentrierung im Bundesteilhabegesetz – Gelingensbedingungen für die Bedarfsermittlung

Dokumentation 

Durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) hat die Bedarfsermittlung eine Schlüsselfunktion für die personenzentrierte Leistungserbringung erhalten. Die Umsetzung der Bedarfsermittlung, welche individuell und funktionsbezogen unter Anwendung der Grundsätze der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) erfolgen soll, bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe für die beteiligten Akteure. Ziel des Fachforums war es, die Umsetzung in der Praxis zu diskutieren und Gelingensbedingungen für die Bedarfsermittlung zu identifizieren.

Diskussionsteilnehmende waren Prof. Dr. Andreas Seidel, Hochschule Nordhausen, Stephanie Schaarschmidt, Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Dr. Johannes Reimann, Schleswig-Holsteinischer Landkreistag, Sandra Waters, Geschäftsführerin, Bethel. regional der Stiftung Bethel, Andreas Isensee, Betreuungsverein Oschersleben e.V., sowie Annemarie Kock, EUTB-Stendal. Moderiert wurde das Fachforum von Antje Welke, Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

In einem Kurzinterview sprach Antje Welke zunächst mit Annemarie Kock über ihre Erfahrungen mit der Bedarfsermittlung aus Sicht der Leistungsberechtigten. Anschließend ging Prof. Dr. Andreas Seidel in seinem Kurzimpuls auf die Voraussetzungen der Bedarfsermittlung nach § 118 SGB IX und deren Umsetzung in der Praxis ein. Er zeigte auch Ansätze für eine mögliche Vereinfachung auf mit Hinweis auf eine notwendige „Komplexitätsreduktionkompetenz“. In der anschließenden Gesprächsrunde wurden die Herausforderungen bei der Umsetzung aus den unterschiedlichen Perspektiven erörtert und über mögliche Lösungsansätze für die Weiterentwicklung diskutiert. Im Fokus stand dabei die Frage, wie die Bedarfsermittlung praxistauglich und zugleich qualitätsvoll gestaltet werden kann. Deutlich wurde dabei das Spannungsfeld zwischen den gesetzlichen Anforderungen und der praktischen Umsetzung. Einigkeit bestand darin, dass der hohe bürokratische Aufwand für alle beteiligten Akteure reduziert werden muss. Neben einer stärkeren ICF-Orientierung wurde als mögliche Ansätze auf die Einbeziehung des Sozialraums und Weiterentwicklung der Angebote hingewiesen.

Veranstaltungsnummer

2.9

Datum

17.09.2025 (Mittwoch)

Uhrzeit

14.00 Uhr - 15.30 Uhr

Raum

Carl-Zeiss-Saal links (1. OG)

Präsentation Prof. Dr. Andreas Seidel [PDF, 2 MB]

Speaker*innen

Moderation